Man könnte wohl sagen, dass die lebendige Menschlichkeit eines Menschen in dem Maße abnimmt, in dem er auf das Denken verzichtet.

Hannah Arendt


 

EIN FAZIT

 

Christian Voigt, 25.09.2021

 

Liebe Frau Dr. Merkel,

 

wenn eine Kanzlerin nach 16 Jahren Richtlinienkompetenz den Platz frei macht, ist es an der Zeit, ein Fazit zu ziehen.

 

Ich bedanke mich für ein weiterhin stabiles und verlässliches Renten- und Gesundheitssystem, für die endlich vollendete Digitalisierung unseres Landes mit Hochgeschwindigkeitsinternet auf jedem Dorf und nahezu vollständiger Mobilfunkabdeckung, für ein Bildungssystem, um deren Ergebnisse uns die ganze Welt beneidet, ...

 

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IN HERZBERG WIRD GEBAUT

 

Christian Voigt

 

Abschiedsworte in der Herzberger Stadtverordnetenversammlung am 3.12.2020 

 

Als ich im Jahr 2008 erstmalig in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde, dachte ich, es wäre alles normal in unserer Stadt. Im Laufe der folgenden Jahre stellte ich aber fest, wie sich die Wirklichkeit 19 Jahre nach der Wende darstellte.

 

Die Stadtverordnetenversammlung war fest im Griff der etablierten Parteien. Die Parteien vor Ort fest im Griff der Bundesparteien. Es ging selten um das, was jemand sagte, sondern aus welchen Reihen das Gesagte kam.

 

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DAS AUGE MACHT DAS BILD, NICHT DIE KAMERA

 

Christian Voigt, 1.12.2020

 

Wie konntet Ihr nur schweigen und das mit der Vielzahl an Informationsmöglichkeiten, die ihr hattet? 

 

Da ich diese Frage in einigen Jahren auf keinen Fall mit einem Achselzucken beantworten möchte, berichte ich heute über eine Berlin-Reise, die ich am 29.8.2020 unternommen habe. Es klingt vielleicht sehr hochtrabend und wie aus der Zeit gefallen, 30 Jahre nach dem Ende der letzten Diktatur auf deutschem Boden - aber wenn ich nicht berichte, habe ich das Gefühl, mich an der Demokratie und an der Zukunft der nach uns kommenden Generationen schuldig zu machen. Mir ist bewusst, dass mir dieser Bericht möglicherweise Freundschaften und Sympathien kosten kann, vermutlich insbesondere bei jenen, die sich sogar für besonders tolerant halten. Die Empfehlung, meinen Bericht bis zum Schluss zu lesen, richtet sich in besonderem Maße an sie.

 

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VOM GEMEINSAMEN BOOT

 

Christian Voigt 

 

Beitrag in der Druckausgabe des Stadtmagazins "HerzbergHeute" vom 27.7.2017

 

Der Wunsch nach einem Herzberger Bewusstsein, dass Probleme in unserer Stadt fernab vom Wettbewerb der Parteien angegangen werden und Miteinander mehr zu erreichen ist als gegeneinander, veranlasste Ulf, Frank und mich im Januar 2014, als parteiunabhängige Wählergruppe “Herzberg Zählt“ zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung anzutreten.

 

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DER ETWAS ANDERE BLICK

 

Christian Voigt

 

Vorwort in der Druckausgabe des Stadtmagazins "HerzbergHeute" vom 15.6.2017

 

Ein kleiner Wink des Schicksals, Liebe genannt, führte mich 2004 zurück in meine Heimatstadt Herzberg. Nach sechs Jahren in Stuttgart und Berlin nun wieder zurück in die Stadt, der man 1998 eigentlich “Auf Nimmerwiedersehen“ gesagt hatte. Eine Stadt, der ja allzu oft nachgesagt wird, wenig bis nichts zu bieten. So hatte ich meine Erwartungen. Und diese wurden gnadenlos enttäuscht. 

 

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VON BETONKÖPFEN UND WITZBOLDEN

 

Christian Voigt

 

Beitrag im Buch "Mit Luther und Melanchthon unterwegs in Herzberg" aus dem Jahr 2016

 

Vor gut 100 Jahren trug es sich im beschaulichen Städtchen Herzberg am Flusse Schwarze Elster zu, dass Witzbolde einen Betonkopf aus Bronze an die Fassade eines Schulgebäudes pappten. Der Betonkopf hatte Ähnlichkeit mit historischen Darstellungen des Reformators Philipp Melanchthon. Dies war offenbar auch so gewollt. Denn dieser weltberühmte Reformator hielt sich im Jahr 1538 in jenem beschaulichen Städtchen auf. Vermutlich wegen mangelnder Freizeitangebote aufgrund des strengen Winters schaffte es Melanchthon in den wenigen Tagen seines Herzbergaufenthaltes, der dortigen Bildungseinrichtung eine neue Schulordnung zu basteln. Diese Herzberger Schulordnung war so toll, dass sie dann deutschlandweit von anderen Städten plagiiert wurde. 

 

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HEIMAT & IDENTITÄT

 

Christian Voigt

 

Redebeitrag zur Aufgabe des historischen Standortes des Melanchthon-Gymnasium im Kreistag des Landkreises Elbe-Elster am 30.11.2015

 

Sehr geehrter Herr Heinrich-Jaschinski, sehr geehrte Mitglieder des Kreistages, sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung, sehr geehrte Gäste,

 

ich spreche zu Ihnen heute nicht nur als Kreistagsmitglied, ich spreche zu Ihnen als Bürger der Stadt Herzberg. Nur dem Wahlglück aus dem letzten Jahr haben wir es als Befürworter des historischen Standortes zu verdanken, dass unsere Stimme auch in diesem Gremium Gehör findet. Gleichwohl es scheint, dass die Würfel bereits gefallen sind, mache ich heute von dieser Stimme noch einmal Gebrauch.

 

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